take a little break – oder warum eine Pause gut sein kann …

Ein kurzer Spaziergang reicht meistens um an neue Ideen zu kommen und diese in die Geschichte integrieren zu können.

Ich möchte euch heute einen potentiellen, neuen Charakter vorstellen, der mir heute im Augarten über den Weg gelaufen ist:

In Anlehnung an eine alte Kinderserie sind die Eichhörnchen bei mir immer Puschel. Im Augarten gibt es einen kleinen, umzäunten Bereich, den die Tiere lieben. Es ist kein Wunder, werden sie doch bei jedem Wetter gefüttert.

Dementsprechend zahm verhalten sie sich, haben sie doch (abgesehen von Hunden) nichts zu fürchten.

Das Foto stammt von heute. Ich saß dabei im Gras und wartete nur darauf, dass es zu mir kam.
(Wer das ausprobieren will, braucht anfangs jedoch Geduld und kühles Wetter.)

Was hat dich schon zu einer Figur oder zu einem Charakter inspiriert?

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Wenn die Muse Pause macht …

… dann sitzt mancher Schreiberling vor leeren Blättern und weissem Schirm.

Immer wieder lese ich, dass es Schreibblockaden gibt oder die Texte nicht fließen. Schreiben ist Handwerk, kreativ und manchmal braucht es eine Pause.

Frage dazu: Will der Schreibende das?
Wer schreibt, wünscht sich häufig, Ideen wie am Fließband zu produzieren, logisch betrachtet ist das ein Ding der Unmöglichkeit.

Was macht jemand, der ansteht?

– > Pause machen

Dieser Weg ist nicht jedermanns Sache. Der Vorteil daran ist unbestritten, einmal die Gedanken in andere Bahnen zu lenken. Das erzeugt neue Ideen, die eine Geschichte wunderbar beleben können.

– > beiseitelegen und anderes schreiben

Dieser Weg kann ebenfalls wunderbar sein. Manchmal will eine Textstelle nicht geschrieben werden – zumindest nicht im Moment. Vielleicht will die Figur nicht, oder es fehlen passende Worte.
Hier findet sich der Vorteil daran, die Geschichte ruhen zu lassen und mit anderem weiter zu machen. Vielleicht befruchten sich die Texte gegenseitig oder verschmelzen zu einer einzigen, harmonischen Story.

– > Inspirieren lassen

»Sperr dich nicht immer ins Zimmer ein, sondern hole dir Inspiration.«
Das las ich letztens auf einem Blog.
Ja, die Idee ist gut, denn selbst ein kleiner Spaziergang vermag neue Ideen zu erwecken.

– > weiterschreiben

Stephen King praktizierte seine »Musen-freien-Tage« indem er weiter schrieb. Jeden Tag. Irgendwann kam sie wieder.
Wenn der Schreiberling nichts mehr weiß, dann schreibt er irgendetwas und seien es die Namen aus dem nächstbesten Telefonbuch.
Wegstreichen geht später immer noch.

– > und wenn das nichts hilft?

Dann gibt es Autoren, die eine andere Art der Ideenfindung praktizieren. In ihrem Kreativbereich liegt ein kleines Päckchen Tarot. Nicht, um Tarot zu legen, sondern um den nächsten Schritt der Geschichte zu finden.
Wenn derjenige nicht mehr weiterweiß, zieht er eine Karte, schlägt deren Bedeutung nach und schreibt weiter. Manchmal geht es ja »nur« um eine kleine Wendung und sonst nichts.

Die meisten Schreiberlinge kennen jene Tage oder Stunden, wenn die Muse sie im Stich lässt. Wie gehst du mit der Sache um?

eine reine Stilfrage ….

Unterschiedlichste Arten zu erzählen existieren in Romanen. Verschieden wie die Geschichten selbst, sind auch die Stile, in denen diese erzählt werden.
Bei mir kommt es auf die Geschichte an. Manchmal mag ich es kurz und knackig ausgeprägt, direkt auf den Punkt gebracht, dann wieder schätze ich ausschweifendere Texte mit langen Schachtelsätzen. Einen konkreten Stil, den ich bevorzuge habe ich nicht unbedingt.

Beim Schreiben selbst sieht es anders aus. Diese kurze Textpassage ist der Anfang der Geschichte um Noah.

*****

Über dem Wiener Augarten lag angenehme Ruhe. An heißen Tagen überrannt, voller Erholungssuchender, schlief nun das Leben, schien die Zeit stillzustehen.
Der neue Tag brach an, eingetaucht in Violett und Orange, bis sich zartes Blau den Weg über das Firmament brach.
Nicht mehr als eine Handvoll Menschen mit ihren Vierbeinern hatten sich bereits in diesen frühen Morgenstunden hierher verirrt. Dick eingemummelt, zumeist gestrickte Hauben tief hinab gezogen, wären die meisten von ihnen lieber im warmen Bett geblieben.
Nur zwei Welpen nutzten die Gunst der Stunde und tobten über die hauchdünne Schneeschicht, die Nebelschwaden aus ihrem Maul ignorierend. Wirbelten im Spiel Schneeflocken auf, spürten in ihrem Überschwang nicht, wie diese sachte auf ihre schwarzen, felligen Körper herab rieselten.

Klirrende Kälte hatte den alten, barocken Park, der sich über mehr als einen halben Quadratkilometer erstreckte, in ein Schneemärchen verwandelt. Morgenfrost hielt die letzten, dünnen Grashalme fest im Griff, wo sich einzelne Schneekristalle in ihrer Schönheit zeigten. Es würde ein Frosttag werden.

****

Welchen Stil ziehst du vor – beim Lesen wie beim Schreiben?

Schreiben als Lernprozess …

Jeder Schreiberling arbeitet anders. Wo die einen das blühende Leben um sich herum brauchen, die nächsten Gerüche oder Düfte, ziehe ich die Stille vor. Für die einen ist es die Stimme eines besonderen Menschen, für den anderen ist es das Schnurren der Hauskatze.
Der Besuch in einem Wald oder die Natur um einen herum, manchmal laufen gehen und den Kopf auf dem Weg freizubekommen, viele schätzen diesen Aspekt um im Schreiben kreative Fortschritte zu machen.
Ideen kommen zu den unterschiedlichsten Momenten und auf die seltsamsten Wege zu einem und Inspiration vermag aus mehreren Bereichen des Lebens zu entstammen.

Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Berufsautor oder einen Hobbyschreiber handelt.

Das Schreiben ist ein Lernprozess. Es erfordert Denken um die passenden Worte zu finden, lenkt vielfach die Gedanken in neue Wege und benötigt daher Offenheit. Kreativität und Phantasie können schon da sein oder entwickeln sich im Lauf der Zeit.
Überdies ist ein gewisses Maß Zugänglichkeit eine gute Sache, wenn der Text einmal partout nicht den Weg geht, der ihm zugedacht ist.
Mir erscheint das Schreiben inzwischen wie eine Art »kleines Leben«, in dem nicht klar ist, wohin es geht. Die Dinge entwickeln sich mit der Zeit, bauen auf bereits Vorhandenem auf und erfordern die Auseinandersetzung mit neuen Aspekten des Daseins und des Lebens.

Das Schreiben ist im Grund genommen somit eine Art der persönlichen Weiterentwicklung. Keiner von uns lebt um statisch an seinem Flecken zu verharren, sondern um sich zu entwickeln.
Es geht dabei nicht einmal um die Romanfiguren (ja, Noah überrascht mich immer wieder), sondern um den schreibenden Menschen dahinter und wie diese Person sich besser zu verstehen lernt.

Wie ist es dir in dieser Hinsicht bislang ergangen? Würdest du sagen, das Schreiben als »Lernprozess« hat dich bisher in deiner Entwicklung vorwärts gebracht?

Bist du bereit, wenn die Muse dich küsst?

Du kennst gewiss die Geschichten um die Kunst des Minnesangs, in der eine, meist höhergestellte Dame, als Muse für den Minnesänger galt.
Ihr ergeben, sie vielfach anbetend, war sie seine Inspiration für seine Schöpfungen, Gedichte und Werke.

Im Lauf der Jahrhunderte vermochte die Muse Künstlern eine Stimme zu geben. Manchmal waren sie ein Paar, häufig spielte Verliebtsein eine Rolle. Oft genug war diese Muse nichts anderes als ein Mensch, der dem Kunstschaffenden Inspiration verschaffte.

Lebte die Muse nicht einst auf dem Berg Helicon und atmete Dichtern, Musikern und anderen Künstlern ihre Werke ein, um von ihnen mit liebreizenden Worten geehrt zu werden?

Inspiration durch eine Muse kann großartige Werke vollbringen. Wenn du schreibst, spürst du manchmal Etwas in dir, das auf Papier oder auf den Bildschirm will. Du hast keine Ruhe, bis die Worte nicht geflossen sind. Du denkst nach, wie du es gut formulierst, obwohl die gewählten Worte perfekt sind.
Wenn du den Text später liest, erkennst du, er ist anders als die üblichen. Besser geschrieben, als wäre er nicht von dir, sondern jemand oder etwas hätte deine Hand geführt und deine Gedanken gelenkt.

Das ist es, was die Muse bewirkt, Texte zu schreiben, die aus dem Innersten stammen, Worte zu finden, die im Bauch entstehen.

Du spürst es, wenn du deine Muse findest, auch, wenn sie aus einem anderen Flecken deines Lebens stammt, als du denkst. Jeder, der deinen Lebensweg kreuzt, hat das Potential, deine Muse zu werden, jede »Lebensbegegnung« hat das Zeug dazu in sich. Übrigens muss die Muse nicht zwangsläufig weiblich sein.

Ich denke, jeder, der sich darauf einlässt, zumindest einen Teil seines Lebens dem Schreiben und Erzählen zu widmen, wird früher oder später erkennen, wer das ist.
Ob es funktioniert, sich die Muse auszuwählen? Bei einigen sicher, bei anderen nicht.

Meine Muse kenne ich seit vielen Jahren, es ist eine Person, die mir wichtig ist und deren Stimme etwas in mir zum Vibrieren bringt, wenn ich sie höre. Ob sie dies weiß? Ich habe es dieser Person bisher nicht gesagt.
Eine Muse muss nicht immer wissen, dass sie eine ist, obwohl ich glaube, dass die meisten Menschen sich geschmeichelt fühlen, wenn ihnen gesagt wird: „Du bist es, du bist meine Muse, die mich inspiriert!“

Kennst du deine Muse oder wartest du noch auf sie?

Wofür schreiben wir eigentlich?

Wofür schreiben wir und wie gehen wir damit um, wenn sich jemand des Geschriebenen erfreut? Viele schreiben, verlegen und veröffentlichen ihre Werke.

Für viele steht das eigene Werk im Zentrum, für andere die Verkaufszahlen.

Lassen wir das tatsächliche Werk einmal beiseite und besinnen uns auf das Dahinter.

Häufig ist die Frage, wie Autoren mit ihren Verkäufen umgehen. Ich lese des Öfteren, dass über mangelnde Verkaufszahlen geklagt wird oder hohe Zahlen gefeiert werden.

Dabei ist die Frage einfach zu beantworten:
Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass es Leser gibt, die das Buch in Händen halten und sich darüber freuen.

Ich sah, wie meine Mutter das erste Buch in Händen hielt und damals wurde mir eine Sache klar. Es hat mit Innehalten zu tun, mit sich-besinnen und zu wissen, warum wir überhaupt schreiben.

Schreiben wir »nur« für den Leser oder vielleicht doch eher für uns?

Wie fühlt sich ein Autor, wenn er oder sie sieht, dass ein Buch verkauft wurde oder die Zahlen wie bei den Stars am Autorenhimmel nach oben schießen?

Ich weiß nicht mehr, wann ich damit angefangen habe, eines Tages bedankte ich mich in Gedanken bei einem der Buchkäufer, weil er das Buch gekauft hatte. In diesem Moment erschien es mir stimmig. Dieses kleine »Ritual« behielt ich bei. Ich weiß nicht einmal, ob es anderes bringt, als meine Gedanken auszudrücken.

Vermag ich mit diesem kleinen Ritual eine Art Verbindung aufzubauen?
Ich weiß es nicht.
Schaffe ich es damit, ein gutes Werk zu tun?
Das weiß ich nicht.
Eines weiß ich – für mich ist es das Richtige in diesem Moment.

Was macht ihr in solchen Momenten? Habt ihr ein »Ritual«?

Wie kamst du zum Schreiben – wenn du schreibst?

Für wen schreibst du, wenn du schreibst?

Hast du dir diese Frage jemals gestellt?
Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft ich damit startete, ein Tagebuch zu führen, es dann beiseitelegte und erst Wochen später erneut versuchte.
Andere schreiben Bücher voll, vertrauen ihrem persönlichen Tagebuch selbst die kleinsten Erlebnisse an, die anderen völlig unwichtig scheinen.

Für mich war dieser Weg nicht der passende.

Schreibst du Geschichten und Gedichte, um dich selber auszudrücken oder weil du einfach gern deine Worte fließen lässt? Was schreibst du gerne? Welches Genre magst du und warum gerade dieses?

Dann existieren Unmengen an Fanfiction-Schreibern – zu denen ich auch nicht gehöre. Ich sehe zwar gern Serien unterschiedlicher Genre, allerdings ist es nicht so mein Ding vorhandene Charaktere in neue Abenteuer zu stürzen.
Wenn du Fanfiction schreibst, zu welcher Serie tendierst du?

Sind es eher die Fachtexte, die dir liegen?
Bei mir gibt es Phasen, in denen ich nur Sachbücher zu allen möglichen Themen lese.
Mir erscheint es als »Start« in das Schriftstellerleben ein klein wenig einfacher aber auch schwerer. Einerseits ist es leichter, sein Wissen damit zusammenzufassen, andererseits sollte einem selber klar sein, ob das eigene Wissen tatsächlich ausreicht.
Das, diese Ehrlichkeit ist notwendig, musst du für dich selber beurteilen.

Kochst du gerne?
Ich habe kochen lieben gelernt. Für mich war mein Lebensgefährte der Auslöser, damit überhaupt anzufangen. Durch ihn probierte ich verschiedene Rezepte aus und lernte neue Küchen kennen.
Vor einigen Jahren wusste ich nicht so recht, was ich meiner Mutter schenken sollte, also suchte ich mir einen Self-Publisher-Verlag und brachte mein erstes Buch heraus.

Mir erscheint es wenig sinnvoll, alle Autoren, Schreiber und Geschichtenerzähler in den gleichen Topf zu werfen.
Ich schreibe, weil ich anderen auch Freude machen will, aber auch, weil ich immer schon gern geschrieben habe.
In meinen Kochbüchern finden sich im Großen und Ganzen Rezepte, die ich selber ausprobiert habe – insbesondere bei der »Kleine Küchenfee-Reihe«.

Gab es bei dir einen konkreten Auslöser wie bei mir? Was schreibst du gern und welches Genre bevorzugst du?